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Umwelt

18.03.03 Kostenentlastung durch Umweltmanagement
24.01.06 Unternehmen nachhaltig führen

 

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18.03.03
Kostenentlastung durch Umweltmanagement

(hmh) Dr. Michael Berger vom Institut für Management und Umwelt (IMU) Schwäbisch Gmünd stellte in seinem Vortrag bei FÖR heraus, dass es bei einer Betriebsführung, die im Blick hat, die Umwelt zu schonen und gleichzeitig Kosten zu senken, nicht darum gehen kann, einen Umweltbeauftragten einzusetzen. „Es geht jeden im Betrieb an. Umwelt ist dort, wo gearbeitet wird“, sagte er.

Ausgangspunkt für den Aufbau von Umweltmanagementsystemen könnten eine Reihe von Überlegungen sein: Schonung natürlicher Ressourcen, Kosteneinsparung im Unternehmen, Motivation von Mitarbeitern, Erleichterung der Kooperation mit Aufsichtsämtern, Herstellung von Transparenz im Betrieb, Marketing oder schlicht der Wettbewerbsdruck. Das Umweltmanagementsystem, das unter dem Namen Öko-Audit bekannt wurde, sei von der Europäischen Union novelliert worden und führe nun den Namen EMAS (Eco Management und Audit Scheme). Deutschland stehe mit 2500 Betrieben – neben Produktions- können auch Dienstleistungsunternehmen teilnehmen – weit an der Spitze der validierten Betriebe in Europa. Dennoch gebe es bei annähernd 4 Millionen Betrieben gewaltige „Ressourcen“. Berger skizzierte die Umweltprüfungstabelle und verdeutlichte die einzelnen Maßnahmen an Beispielen. Dabei betonte er, dass Umweltmanagement Sinn mache unabhängig von der Betriebsgröße. Umweltmanagementsysteme dienten dazu, Ressourcen systematisch zu hinterfragen. Sie schüfen Abläufe und Strukturen, mit deren Hilfe schädliche Auswirkungen auf die Umwelt minimiert werden können. So müsse der sorgfältige Umgang mit Materialien in der Produktion oder die Beseitigung der Reststoffe geregelt werden. In der sorgfältigen Analyse liege auch die Chance der Kostenentlastung: „Reduzierung von Ausschuss, Vermeidung von Reststoffen und gezielter Einsatz von Materialien entlasten die Umwelt und das Budget gleichermaßen“, so der Referent. Unternehmen, die am EMAS teilnehmen, seien nicht zwingend Unternehmen mit ökologischen Produktionsmethoden (wie z.B. Bioland). Sie zeigten jedoch, dass sie gewisse Grundregeln der Umweltentlastung berücksichtigen. Am Ende des Verfahrens stehe die externe Begutachtung und ein werbewirksames Zertifikat, das alle drei Jahre zu erneuern ist.

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24.01.06

Diplom-Wirtschaftsingenieur Jan-Karsten Meier referierte bei FÖR
Unternehmen nachhaltig führen
„Runder Tisch“ zum Thema angeregt

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung und konservativer staatlicher Förderpraxis, dass Umweltschutz im Unternehmen erst dann möglich sei, wenn es sich diesen leisten kann, bekannte sich Diplom-Wirtschaftingenieur Jan-Karsten Meier in seinem Vortrag bei FÖR zu einem integrierten Konzept. Denn vielfach seien es gerade Maßnahmen zum Umweltschutz, die ein Unternehmen auch profitabler machen. Nach seinem umfassenden Vortrag erklärte sich der Referent bereit, einen vom FÖR-Vorsitzenden Hans-Martin Hartmann ins Spiel gebrachten „Runden Tisch 'Unternehmen nachhaltig führen’“ zu begleiten.


Diplom-Wirtschaftsingenieur Jan-Karsten Meier bei seinem Vortrag

Den ursprünglich vor etwa 200 Jahren in der Forstwirtschaft eingeführten Begriff Nachhaltigkeit, definiert er heute so: Eine nachhaltige Wirtschaft steigert die Ressourcenproduktivität und erhöht die Nutzengewinne (Beispiel: Glasfaser- statt Kupferkabel). Sie anerkennt die Grenzen der Substituierbarkeit zwischen natürlichem und künstlichem Kapitalstock. Sie ist sich ständig im Klaren darüber, dass menschengemachte Ökosysteme verwundbar sind. Ferner bezieht sie soziale und kulturelle Werte in den Umgang mit Umwelt und Natur ein. Damit befindet sich Meier im Einklang mit „Unternehmensgrün“, dem er auch als Bundesvorstand angehört. Dieser Verband sieht sich als Lobbyist für kleine und mittlere Unternehmen in Region, Land und Bund. Dessen Experten nehmen Einfluss auf Gesetze und Debatten im Hinblick auf nachhaltige Unternehmensziele.

Der ehemalige Königsbronner erläuterte drei Ansätze einer nachhaltigen Unternehmensführung. Erstens: „Die Kosten müssen nicht nur die ökonomische, sondern auch die ökologische ‚Wahrheit’ sagen“. Dazu müsse ein zeitnahes umfassendes Controllingsystem eingeführt werden, wobei auch externe Kosten (z.B. Folgeschäden) als „kalkulatorische“ Kosten einbezogen werden müssten. In dem Maße wie diese Kosten sinken (nicht gleichzusetzen mit den tatsächlichen Kosten) nehme die Nachhaltigkeit im Unternehmen zu. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass man sich Ziele setzen muss: „Ohne Kompass kein Kurs“. Der zweite Ansatz besteht laut dem als Geschäftsführer oder Unternehmensberater auf Zeit in der Bau- und Baustoffindustrie Tätigen darin, die Innovationskraft eines Unternehmens zu steigern. Dies setze eine intensive Kommunikation innerhalb des Unternehmens voraus. Der Unternehmer müsse Transparenz über die angestrebten Ziele und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens herstellen. Dies sei am besten mit einem kooperativen Führungsstil zu erreichen. Nur so werde zum Beispiel ein betriebliches Vorschlagswesen von den Mitarbeitern ernst genommen. Auch Formen von Unternehmensbeteiligungen wurden genannt. Als dritten Ansatz sieht das ehemalige Mitglied des Unternehmerbeirates am Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit (von 1998 bis 2005) die Notwendigkeit zum Hinterfragen von Lebensstilen. Als Beispiel nannte er das Erreichen von Zufriedenheit beim Zurückstellen von materiellen zugunsten immaterieller Bedürfnisse, den Abbau von Gedankenlosigkeit und geistiger Trägheit sowie die Entwicklung von Bildung (Fortbildung) und Kultur. Nicht zuletzt spiele in dieser Hinsicht auch die Vorbildfunktion eine Rolle.

Meier erläuterte dann sieben Phasen der Umsetzung und gab eine Fülle von Beispielen zu den genannten Ansätzen. Er erinnerte auch daran, dass jede Frau und jeder Mann nachhaltiger Unternehmer sein kann, indem sie/er sein Kapital in nachhaltigen Anlageformen investiert. Zum Schluss riet er Einsteigern: „Beginnen Sie mit dem profitablen Einzelfall! Und gehen Sie allmählich mit realistischen Zielen vom Einzelfall zur Regel!“ (hmh)

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