Kreis Heidenheim  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vereinsnachrichten

29.01.01 Hohe Sicherheit vor BSE
08.08.01 Presseerklärung zur Beendigung des Namensstreits m. Naturland
29.10.01 ÖkoFair jetzt unter dem Namen FÖR
03.03.02 Maultaschenaktion, Fachhandelsseminar und Betriebsbesichtigungen
30.11.02 Erfolgreiches Marketing-Seminar
25.02.03 Stolz auf Imkermeister Günter Friedmann
07.09.03 Hoffest bei Landhof Hauser und Hof Ziegler

15.02.05 Dr. Habelt: Milchviehbetriebe verlieren ein Drittel

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29.01.01
Erste Hauptversammlung bei ÖkoFair

Hohe Sicherheit vor BSE
Fünfköpfiger Vorstand gewählt

(hmh) Der Heidenheimer Agenda-Prozess habe in der Vorstandsarbeit von Kern & Korn immer mehr Raum eingenommen, sagte Hans-Martin Hartmann bei der ersten Hauptversammlung von ÖkoFair. Nachdem die Projektgruppe ÖkoFair Fördermittel des Ministeriums für Umwelt und Verkehr erhalten hatte, sollte sie auch ein organisatorisches Dach bekommen. Dies geschah auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. November, wo sich Kern & Korn eine neue Satzung und den neuen Namen gab. ÖkoFair steht seither für ökologische und fair gehandelte Produkte und Dienstleistungen im Kreis Heidenheim. Der ökologische Landbau ist entsprechend den alten Vereinszielen besonders stark vertreten. Daneben sind nun aber der Naturkosthandel, eine Bäckerei, zwei Gärtnereien, ein Naturtextilienhandel und der Weltladen getreten. Zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützen die neue Marketing Initiative für nachhaltiges Wirtschaften.

In seinem allgemeinen landwirtschaftlichen Lagebericht ging der alte und neue Vorsitzende auf die BSE-Krise ein. Diese habe, so Hartmann, allen die Augen geöffnet für die Entgleisungen der industrialisierten Landwirtschaft. Er hoffe, dass die Verbraucher sich verstärkt zu hochwertigen Lebensmitteln hin orientieren würden. Dies sei für biologische Lebensmittel eine riesigen Chance. „Obwohl auch Bio-Betriebe nicht für BSE-Freiheit garantieren können, hat der Verbraucher dort eine hohe Sicherheit, denn das im Verdacht stehende Mischfutter ist nach den strengen Richtlinien des Bio-Landbaus nicht erlaubt“, sagte Hartmann.

Im vergangenen Jahr habe er sich in einem Brief an die Landtagsabgeordneten und an alle Mitglieder der Landtagsausschüsse für Landwirtschaft und Umwelt gewandt, um im Zuge der Reform der SchALVO (Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung) und des MEKA (Marktentlastungs- und Kulturlandschafts-Ausgleichprogramm) Verbesserungen für die Bio-Bauern zu erreichen. Dies sei vergeblich gewesen und so treibe das Programm seltsame Blüten. Mit Computerprogrammen werde errechnet, welche Bewirtschaftungsmaßnahme am meisten Zuschüsse bringt. „Generell ist an MEKA zu kritisieren, dass das Ziel einer schonenden Landbewirtschaftung selten mit sinnvollen, aufeinander abgestimmten Maßnahmen erreicht wird, wie es im Bio-Landbau selbstverständlich ist“, meinte Hartmann.
Dieter Klein legte in seinem Kassenbericht dar, dass die Kasse ein stattliches Poster aufweist. Dies sei auf die Hoffeste der vergangenen Jahre zurückzuführen. Die Kassenprüfer Rainer Jacob und Kurt Kinzler bestätigten die vorbildliche Kassenführung. Die Vorstandsneuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Hans-Martin Hartmann (Vorsitz), Ingrid Hinderer (Kasse), Günther Friedmann, Hans-Peter Mack und Angela Wesser (jeweils Beisitzer). Der Akteursversammlung gehören 18 Mitgliedsbetriebe an. Als Kassenprüfer wurden Rainer Jacob und Kurt Kinzler bestätigt.

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08.08.01
Presseerklärung zur Beendigung des Namensstreits mit Naturland

(hmh) Auch nach der Niederlage im Markenstreit mit „Naturland“ bleibt der Verein was er war: „öko“ und „fair“. Den Namen ÖkoFair müssen wir aufgeben, wenngleich er uns sehr gut gefallen hat und exakt ausdrückte, für was wir stehen. Wir werden nach einem neuen adäquaten Namen suchen, der genügend Abstand von der gegnerischen Marke hat.

Vor der Marken-Kammer des Landgerichts Stuttgart fand am 7.08.01 die Verhandlung über den Antrag auf Einstweilige Verfügung statt, den der „Naturland-Verband für naturgemäßen Landbau e.V.“ gegen „ÖkoFair e.V.“ gestellt hatte. Naturland genießt seit 26.8.1998 Schutz auf die Marke „ECOFAIR“ und sah ihren Schutz durch unsere Marke „ÖkoFair“ verletzt. Naturland ist der drittgrößte landwirtschaftliche Anbauverband nach „Bioland“ und „Demeter“ und betätigt sich schwerpunktmäßig weltweit in der Zertifizierung ökologischer Produkte.

ÖkoFair hatte es angesichts des großen Aufwands für sein Marketingkonzept, das bekanntlich vom Land Baden-Württemberg gefördert wurde, für notwendig erachtet, seinen Namen schützen zu lassen. Dies war dem Verein ausdrücklich auch von der Agentur empfohlen worden. Eine entsprechende Recherche durch die Anwaltskanzlei Dr. Weitzel & Partner hatte keinen Konflikt zu Tage gefördert. So wurde die Marke ÖkoFair beantragt und schließlich auch im April diesen Jahres vom Patentamt eingetragen.

Bereits Ende Juni schickten uns die Anwälte von Naturland eine kostenpflichtige Unterlassungserklärung, mit der wir uns verpflichten sollten, unseren Vereinsnamen zu ändern und die Marke zu löschen, dies ohne vorher mit uns in irgendeiner Weise in Kontakt zu treten. Auch danach schien keine Einigung möglich, da sich Herr Stiehnen von der Naturland-Zeichen GmbH gegenüber mir zunächst am Telefon verleugnen ließ, dann behauptete, er hätte schon mehrmals bei mir angerufen (ohne eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter zu hinterlassen) und schließlich als er versprach, mich zurückzurufen, was aber unterblieb.

Wir haben uns daraufhin von mehreren Anwälten beraten lassen, wie wir auf die Unterlassungserklärung reagieren sollten. Drei von vier Anwälten rieten uns, die Unterlassungserklärung nicht zu unterschreiben und unser Anwalt war der Auffassung, dass die beiden sich gegenüberstehenden Marken wohl nicht als verwechslungsfähig einzustufen sein dürften, zumal in diesem Fall vom aufmerksamen Kunden auszugehen sei. Ein gewisses Risiko bleibe jedoch.

Die Stuttgarter Kammer hat uns von Anfang an nicht im Unklaren gelassen, dass sie im Hauptverfahren für die Marke, die die Priorität genießt und die größte Wirtschaftskraft hinter sich hat – also ECOFAIR, entscheiden würde und unsere Seite aufgefordert, sofort
in eine Güteverhandlung einzutreten. Diese, gelinde gesagt, „dominante“ Gesprächsführung brachte uns in die miserabelste aller Verhandlungspositionen.

Es kam schließlich zum Vergleich mit folgendem Ergebnis:

1. ÖkoFair lässt seine Marke „ÖkoFair“ beim Patentamt löschen.
2. Der Verein wird umbenannt. Als „Aufbrauchsfrist“ (für alles sich in der Öffentlichkeit befindliche Werbematerial) wird der 15. September 2001 festgesetzt.
3. Naturland verzichtet auf Schadensersatzansprüche
4. ÖkoFair trägt zwei Drittel der Kosten
5. Der Streitwert wird auf 150.000 DM festgesetzt.

Aus dem Vergleich lässt sich ablesen wie knapp die Entscheidung auch von der Gegenseite empfunden wurde, denn ohne Not wäre sie uns in den Kosten nicht entgegen gekommen.

Enttäuscht ist der ÖkoFair-Vorstand jedoch darüber, dass ausgerechnet ein Verein, der im wesentlichen die gleichen Ziele verfolgt wie ÖkoFair mit derart hartem juristischem Geschütz gegen uns vorging. Dabei hat ÖkoFair ein Mitglied, das dem Anbauverband Naturland angehört. Einige Mitgliedsbetriebe bieten „Naturland“-Produkte an oder verarbeiten diese.

Im übrigen hat Naturland ihre Marke „ECOFAIR“ bisher nicht am Markt verwendet. Wir sind gespannt, wann dies kommt. Es ist ein Jammer, dass diese Auseinandersetzung – wo es wohl gemerkt um konkurrierende Schutzinteressen, nicht um Strafsachen ging, viel Zeit, Kraft und Geld gebunden hat. Wir betrachten den Namen indes nur als etwas Äußeres. Am Inhalt ändert sich nichts. Wir werden unser Anliegen weiter verfolgen, ökologische Produktion und Dienstleistung im Raum Heidenheim bekannt zu machen.

Wir sind der Auffassung, dass gerade dem Begriff „fair“ in Zukunft viel größere Aufmerksamkeit gebührt. Fairer Handel ist nicht nur beschränkt auf den sogenannten „Dritte-Welt-Handel“, sondern es wird darauf ankommen, dass auch unsere hiesigen Produkte einen fairen Preis erhalten. Dies ist der Kernpunkt der Auseinandersetzung mit dem Naturland-Verband, der sich anschickt, die hohen Ökostandards in Deutschland zu verwässern um den Preis, leichter in großen Handelsketten Fuß zu fassen zu können (vgl. Austritt von „Bioland“ und „Demeter“ aus der AGÖL, der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau).

Wir haben uns in diesem Jahr intensiv mit der Erarbeitung unserer ökologischen Richtlinien beschäftigt. Die Akteure in Ökofair haben sich zum Ziel gesetzt, die Umweltstandards der Mitgliedsbetriebe zu definieren, um sie nach außen transparent machen zu können und ein Maß für beitrittswillige Betriebe zu bekommen. Dabei geht es weniger um die landwirtschaftlichen Betriebe, deren Standards über die Marken „Bioland“ und „Demeter“ meist bekannt sind, sondern um Betriebe jeglicher Art. Es ist zu wenig bekannt, dass auch andere Betriebe nach ökologischen und fairen Gesichtspunkten handeln könnten. Einige unserer Betriebe dürfen dies von sich behaupten (Beispiel Bekleidung und Schreinerei).

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29.10.01
ÖkoFair jetzt unter dem Namen FÖR

(hmh) Keinesfalls Marketing machen will der Verein FÖR für die gleich klingende Insel, vielmehr stehen die Buchstaben für „fair, ökologisch und regional“. Sein Marketing erstreckt sich denn auch auf ökologische und faire Produktion und Dienstleistungen im Kreis Heidenheim. Der Verein hatte sich als Agendagruppe gebildet, war im Januar unter dem Namen ÖkoFair an die Öffentlichkeit getreten, was „Naturland“, dem Verein für naturgemäßen Landbau mit Sitz bei München, so deutliches Missbehagen verursachte, dass er mit juristischen Mitteln dagegen vorging. Im jüngsten Mitgliederbrief drückt der Vorsitzende, Hans-Martin Hartmann, seine Hoffnung aus, dass nun Schluss sei mit dem quälenden Namensstreit, der viel Zeit, Energie und Geld gekostet habe. Auch die Namenssuche sei nicht einfach gewesen. Von den 26 eingereichten Vorschlägen sei letztlich nur FÖR übrig geblieben. Es habe sich herausgestellt, dass naheliegende Namenskombinationen mit „bio“, „fair“ oder „öko“ mit mehreren hundert Einträgen belegt seien.

Um den neuen Namen bekannt zu machen, hat FÖR vor, mit einem Stand auf dem Wochenmarkt und auf dem Weihnachtsmarkt aufzutreten, um nach alten schwäbischen Hausrezepten hergestellte „FÖR-Maultaschen“ anzubieten.

Nun will der Verein auch mit Nachdruck an den eigenen Richtlinien weiter arbeiten, die das nachhaltige Wirtschaften der Mitgliedsbetriebe belegen und der Öffentlichkeit transparent machen sollen. Auch stehe die Aufnahme weiterer Mitgliedsbetriebe, im Vereinsjargon als Akteure bezeichnet, an. Im neuen Flyer würden dann mehr Akteure erscheinen als bisher.

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03.03.02
Hauptversammlung von FÖR, fair – ökologisch – regional
Maultaschenaktion, Fachhandels-Erlebnisseminar und Betriebsbesichtigungen

(hmh) Neben den Rechenschaftsberichten und der Entlastung des Vorstands – Neuwahlen standen dieses Jahr nicht an – bildete die Planung für das laufende Jahr einen Schwerpunkt der Hauptversammlung von FÖR.

Hans-Martin Hartmann ging in seinem Rechenschaftsbericht auf die Lage der Ökolandwirtschaft ein. Er begrüßte, dass nun auch die Landesregierung mit dem neuen, von Renate Künast auf den Weg gebrachten Bio-Siegel für Bio-Produkte werben und obendrein den regionalen Aspekt damit verknüpfen wolle. Dies sei ganz im Sinne des Vereins. Auch gab er seiner Befriedigung darüber Ausdruck, dass das Landwirtschaftsministerium angekündigt habe, auch für das Herkunftszeichen Baden-Württemberg (konventionelle Produkte) Kontrollen einzuführen. „Die Förderung der Bio-Vermarktung passt aber nicht zur Benachteiligung der Biobauern beim Marktentlastungs- und Kulturausgleichs-Programm (MEKA)“, sagte der FÖR-Vorsitzende. Nach wie vor kämen diese aufgrund der Pauschalierung ihrer Leistungen schlechter weg als konventionelle Bauern. Nach einem kurzen Bio-Boom im Zuge der BSE-Krise, der aber wieder abgeflaut sei, entwickle sich die Nachfrage nach Bio-Fleischwaren positiv.

Zu den jüngsten Blockade-Aktionen von Greenpeace gegen Schiffe, die illegal eingeschlagenes Tropenholz nach Deutschland bringen sollten, bemerkte Hartmann, dass es offenbar dafür noch einen gewissenlosen Markt gebe. Ökologisch arbeitende Schreinereien bzw. Innenausbaubetriebe würden bewusst auf die Verarbeitung von Tropenholz verzichten.

Das vergangene Vereinsjahr charakterisierte Hartmann als „sehr turbulent und arbeitsreich“. Dabei streifte er die Attacke von „Naturland“. Mit dem neuen Namen und der Beendigung des Streits um Schadensersatz habe sich der Verein nun wieder der eigentlichen Arbeit zuwenden können. Man habe den Vereinsprospekt neu aufgelegt und mit der Maultaschen-Aktion im Januar einen so großen Erfolg gehabt, dass diese Aktion voraussichtlich im Mai wiederholt werde. Die Richtlinien, nach denen die dem Verein angehörenden Betriebe nachhaltiges Wirtschaften betreiben, seien fertiggestellt worden und man könne nun Transparenz nach außen herstellen. Man wolle die Richtlinien in geeigneter Form für Interessenten bereit halten.

Der Kassier, Werner Laquai, berichtete von einem außergewöhnlichen Rechnungsjahr, das „sich in dieser Form sicher nicht wiederholen wird“. Die Ausgaben hätten die Einnahmen aufgrund der Marketinginitiative und des Namensstreits erheblich überschritten.

Die neuen Aktionen sollen Bewusstsein schaffen und ökologischen Strohfeuern entgegenwirken, sagte Günter Friedmann, der das Konzept vortrug. Man wolle am 20. März mit einem „Fachhandels-Erlebnisseminar“ speziell für Laden- und Hofladenbetreiber und am Abend mit einer „Erlebnis-Diaschau“ für die Allgemeinheit mit Jens Albrecht von „Naturata/Spielberger“ zum Thema: „Was ist das Besondere an der Demeter-Landwirtschaft“ den Anfang machen. Dann stünden Tage der offenen Tür bei den Mitgliedsbetrieben an, die das gegenseitige Kennenlernen ermöglichen, aber auch dem Publikum Gelegenheit geben sollten, dem nachhaltigen Wirtschaften auf den Zahn zu fühlen. Friedmann bot den Mai als Termin für eine Besichtigung seiner Imkerei an. Die Besichtigungen würden verbunden mit Aktionen, die für die ganze Familie Erlebnischarakter haben soll.

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30.11.02
FÖR für Direktvermarkter:
Erfolgreiches Marketing-Seminar

„Unser Marketingseminar für direkt vermarktende landwirtschaftliche Betriebe und Läden konnte den Teilnehmern wertvolle Anregungen geben, wie sie ihre Kunden halten und neue hinzugewinnen können“. Dieses Fazit zog Hans-Martin Hartmann, Vorsitzender des Vereins FÖR, aus dem „sehr erfolgreichen Seminar“, das der Verein kürzlich abhielt. Obwohl das Seminar auch für konventionell arbeitende Betriebe im Umkreis von 45 Kilometer ausgeschrieben gewesen sei, hätten nur Öko-Betriebe vom Seminar Gebrauch. Durchgeführt wurde es von der in Wallenhorst bei Osnabrück ansässigen Firma „Produkt + Markt“, die eng mit der „Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft“ (CMA) zusammenarbeitet. Die engagierte Referentin, Mechthild Högemann, ging auf die Analyse des Direktvermarkter-Marktes ein, auf Werbung, Verkaufsförderung und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem gab sie Tipps zu Kundengewinnung und Kundenpflege.

Högemann berichtete über eine Studie zur Direktvermarktung, der zufolge ein Viertel der befragten Betriebe 75 bis 100 Prozent ihres Einkommens in der Direktvermarktung erziele. Dies seien zudem mit die umsatzstärksten. Das zeige, so die Referentin, dass es sich lohnt, sich in diesem Sektor über Marketing Gedanken zu machen und professionell vorzugehen. Marketing bedeute, aktiv die eigenen Chancen am Markt zu suchen. Dazu müsse zunächst eine Marktanalyse durchgeführt werden. Erst auf dieser Grundlage könne man agieren. Die Formen des Agierens bestünden in einer bewussten Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik. Dies wurde im Detail an zahlreichen Beispielen erörtert und es wurden praktische Tipps gegeben. Einen Schwerpunkt setzte die Marketing-Fachfrau bei der Kommunikationspolitik. An negativen und positiven Beispielen konnte sie zeigen, worauf es zum Beispiel bei einem guten Logo oder einem guten Handzettel ankommt. Die allermeisten Teilnehmer äußerten im Anschluss den Wunsch, das Gelernte durch ein Folgeseminar zu vertiefen.

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25.02.03
FÖR-Mitgliederversammlung
Stolz auf Imkermeister Günter Friedmann

Bio-Landwirtschaft blutet schuldlos für Nitrofenskandal

(hmh) Demeter-Imker Günter Friedmann ist der erste baden-württembergische Preisträger überhaupt, dem Ministerin Künast den von ihrem Ministerium ausgelobten Förderpreis für ökologische Landwirtschaft überreichen konnte. Bei FÖR berichtete der Imkermeister über die Preisvergabe und seine eigenen Ziele. Angespornt durch den Preis, wolle er seine Forschungsprojekte verstärkt fortführen und in nächster Zeit über die Schwächung der Vitalität der Bienen aufklären. Die Schuld am dramatischen Rückgang der Bienenvölker sieht er in der Umstellung der Landwirtschaft von Heu- auf Silagebevorratung, wobei das Wiesengras noch vor der Blüte geschnitten werde. Mit dem Preisgeld wolle er ein Buch über ökologische Imkerei schreiben. Vorsitzender Hans-Martin Hartmann erklärte, der Verein sei stolz, einen so engagierten Mann in den eigenen Reihen und im FÖR-Vorstand zu wissen.

Den allgemeinen Teil des Rechenschaftsberichts zur Lage der Öko-Landwirtschaft im abgelaufenen Jahr trug Hans-Peter Mack vor. Das Jahr habe im Zeichen des Nitrofenskandals gestanden. Obwohl nicht die Öko-Landwirte, sondern der nachgelagerte Bereich der Lagerung und Logistik die Schuld trage, blute die Ökolandwirtschaft dafür. Der sich gerade etablierende Bio-Handel in den Supermärkten habe einen Einbruch von 80 bis 90 Prozent hinnehmen müssen, was bei Milch, Getreide und Gemüse auf die Landwirtschaft durchschlage. Dabei gelingt nach Meinung des Biobauern die Ausweitung des Bio-Sektors nur über große Märkte. Vom Skandal sei nur der Einzelhandel verschont geblieben. Skeptisch zeigte sich Mack auch bezüglich des neuen Biosiegels. Ihm zufolge begünstigt es Billigimporte aus dem Ausland mit niedrigerem Qualitätsstandard als es die Produkte haben, die unter den herkömmlichen Markenzeichen der Anbauverbände wie Bioland und Demeter vermarktet werden. Mit Öffentlichkeitsarbeit müsse auf diese Tatsche aufmerksam gemacht werden.

Hans-Martin Hartmann hob in seinem Rechenschaftsbericht hervor, dass die zwei FÖR-Maultaschen-Aktionen neben dem Marketing-Seminar für Direktvermarkter besonders gelungen waren und die Mitglieder mobilisiert hätten. Gelungen sei auch der Tag der offenen Tür in Günter Friedmanns Imkerei gewesen. Diese Betriebsbesichtigung sei der Auftakt zur Serie „die Ökoregion Heidenheim stellt sich vor“ gewesen. Daneben hätten einige FÖR-Ökobetriebe bei den Heidenheimer Agendatagen ein sehr gutes Multiplikatoren-Forum gehabt. Eine gute Kassenführung bescheinigten die Kassenprüfer Rainer Jacob und Kurt Kinzler dem Kassenwart Werner Laquai. So konnte der gesamte Vorstand entlastet werden. Er wurde bis auf Angela Wesser, die aus persönlichen Gründen verzichtete, erneut bestätigt.

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07.09.03
Hoffest bei Landhof Hauser und Hof Ziegler

(hmh) Am Sonntag, 7. September, ab 11 Uhr, findet wieder ein Bio-Hoffest statt. Die Familien Hauser und Ziegler laden auf den Ugenhof ein. Beide führen jeweils einen Familienbetrieb und sind seit 1989 bzw. 1994 von Bioland als Bio-Betriebe anerkannt.

Michael Hauser, der zusätzlich zum Bauern- auch das Metzgerhandwerk erlernt hat, konnte Anfang 2002 hoch moderne Schlachträume in Betrieb nehmen. Seine Philosophie, die Schlachtung von überwiegend auf dem Hof aufgewachsenen Tieren (Transport- und Stressvermeidung), ließ sich so in die Tat umsetzen. Mutter, Gerlinde Hauser, hatte sich schon einige Jahre zuvor eine komplette Backstube einrichten lassen und sich aufs hofnahe Verarbeiten der landwirtschaftlichen Erzeugnissse, sprich das Backen verlegt. Metzgerei- und Backerzeugnisse werden seit Jahren auf dem Heidenheimer und Herbrechtinger Bauernmarkt verkauft. Vor wenigen Tagen erst konnte die neue Biogasanlage angefahren werden. Sie wird die gesamten Hofgebäude mit Wärme und Warmwasser versorgen und obendrein Strom produzieren. Neben diesen Einrichtungen steht der gesamte Hof im Rahmen von Hofführungen zur Besichtigung frei. „Weil’s natürlich schmeckt“ – so der einprägsame Zusatz im Logo des „Landhof Hauser“, soll das Essen und Trinken nicht zu kurz kommen. Einige Stände z.B. von „FÖR“ und „Solar mobil Heidenheim“ runden das Bild vom umweltfreundlichen (Haus-) Wirtschaften ab. Die „Raggle Taggle Gypsies“ unterhalten die Gäste mit „Irish folk music“.

Die Zieglers haben über 40 Pferde in Pension genommen. Alles ist darauf abgestellt, dass es diesen gut geht. So verwundert es nicht, dass für diese „bio“ gerade gut genug ist. Auch hier ist alles zu besichtigen. Zusätzlich dürften Reitvorführungen bei Alt und Jung auf Interesse stoßen. Vornehmlich die Jüngeren kommen beim Ponyreiten, bei Kutschfahrten und beim Heuhüpfen auf ihre Kosten. Auch hier gibt’s etwas für den Magen, wobei vornehmlich für den Nachtisch in Form von Bio-Eis der Ziegler’sche Hof aufgesucht werden sollte.

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15.02.05
Hauptversammlung:
Milchviehbetriebe verlieren ein Drittel
Dr. Habelt referierte über EU-Agrarreform - Vorstand bleibt im Amt

Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung von FÖR fair ökologisch regional referierte Dr. Habelt vom Amt für Landwirtschaft Heidenheim die Verordnung der Eu-Agrarreform, die ab Mai dieses Jahres in Kraft tritt und bis 2013 abgeschlossen sein soll. Es sei eine sehr komplizierte Materie, bei der Einzelfälle noch der Klärung bedürfen, sagte Habelt. Ziel sei die sogenannte Entkoppelung: Prämien sind nicht mehr an die Produktion, sondern an die von Bauern bewirtschaftete Fläche gebunden. Die hierzulande vorherrschende Betriebsstruktur, der Milchviehbetrieb, werde - sofern nicht umstrukturiert wird - gemäß den Planvorgaben ein Drittel seines Jahreseinkommens verlieren, so die zentrale Aussage des Leiters des Landwirtschaftsamts. Betriebe mit extensiver Bewirtschaftung gewännen dagegen, ein Grünlandbetrieb etwa über ein Drittel.

Die Bindung der Prämie an die Fläche sei an strenge Auflagen geknüpft, nicht nur dass alle Flächen in gutem landwirtschaftlichem und ökologischem Zustand erhalten werden müssen. Weitere Auflagen betreffen nach Dr. Habelt den Umweltschutz, die Gesundheit von Tieren und Pflanzen, den Tierschutz und die Lebensmittelsicherheit. Darüber hinaus müssten 8,5 Prozent der Ackerfläche stillgelegt werden. Für die darauf wachsenden Pflanzen gelte ein Nutzungsverbot, das allerdings für Biobetriebe, bei denen die Stilllegung schon immer zum Betriebskonzept gehört, nicht gelte.

Dies alles erfordere einen bis zu 80 Prozent höheren Verwaltungsaufwand. Kontrollen seien unerlässlich – eine Tatsache, an die die Biobetriebe schon gewöhnt seien. Betroffen sei davon auch das Landwirtschaftsamt, das zunehmend seine Beratungstätigkeit aufgeben und die Kontrollen organisieren müsse. Dr. Habelt ging auch auf die Handelbarkeit von Zahlungsansprüchen, Pachtfragen und Härtefälle ein.

Trotz der von der Reform favorisierten extensiven Bewirtschaftungsformen meinte der Referent: „Leistungssteigerung lohnt sich nach wie vor“ und fügte hinzu, dass sich der „Strukturwandel“ (immer weniger Landwirte bewirtschaften immer größere Flächen) fortsetzen werde. Entlastet würden die Märkte, wenn die Bauern zunehmend auf Energieproduktion setzten. Jedoch warnte er vor Investitionen in überzogene Biogasanlagen.

Die Reform sei ein bürokratisches Monstrum und solange die Eu-Agrarpolitiker nicht bestrebt seien, mehr Preiswahrheit herzustellen, gehe die Reform in die falsche Richtung, brachte ein Diskutant die Meinung der anwesenden Bauern auf den Punkt.

Ansschließend ging man zum nichtöffentlichen Teil über. Nach den Berichten wurde der Vorstand entlastet und erneut gewählt. Im Vorstand bleiben also: Hans-Martin Hartmann, Günter Friedmann, Werner Laquai und Hans-Peter Mack.

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